Die Schafe
Im Verlauf seiner Kulturentwicklung hat der Mensch Wildtiere zu Haus- bzw. Nutztieren herangezogen. Entscheidend für diesen Prozess der Domestikation, der auch einen Schwerpunkt bei der Sesshaftwerdung darstellte, war der Ersatz der natürlichen Auswahl/Selektion durch eine künstliche.
Als ältestes Nutztier gilt das Schaf, von dem 11 000 Jahre alte Überreste in einer von Menschen genutzten Höhle im Nordirak gefunden worden sind. Sehr bald folgten im Gebiet des so genannten Fruchtbaren Halbmondes die Ziege und vor etwa 9 000 Jahren das Schwein sowie das Hausrind.

Von den etwa 100.000 Milchschafen in Deutschland wird nur rund ein Zehntel gemolken, etwa 5.000 davon im ökologischen Landbau.
Im Vergleich zur Fleischschafhaltung mit insgesamt etwa 2,4 Millionen Schafen in Deutschland, davon etwa 4,2% im ökologischen Landbau, ist die Zahl der Milchschafe also relativ gering.

Deren Haltung dient vor allem der Erzeugung von Schafmilchprodukten, in erster Linie Schafskäse. Schafmilch findet beim Verbraucher kaum Zuspruch, obwohl sie physiologisch sehr wertvoll ist.
In Deutschland wird im Wesentlichen nur das Ostfriesische Milchschaf gehalten. Die etwa 70 kg schweren Tiere haben eine Laktations-, also eine Milchabgabeleistung von bis 600 kg bei ca. 270 Laktationstagen. Der Fettgehalt der Milch liegt bei etwa fünf Prozent, der Eiweißgehalt bei 4 – 6 Prozent.

Das Ostfriesische Milchschaf zeichnet sich durch seine frühe Reife und seine Fruchtbarkeit aus. Es ist saisonal in der Brunst. Den ersten Nachwuchs haben die Tiere bereits im Alter von etwa 12 Monaten. Mehrlingsgeburten sind die Regel.
Zur Zeit gibt es auf dem Gärtnerhof 75 Milchschafe. Der Bestand soll nach und nach auf 120 Schafe aufgestockt werden.

